Montag, 6. Januar 2014

die enden der welt

beim gleichnamigen buch hat der autor vergessen hierher zu kommen, so gottvergessen und lebensunfreundlich sind diese orte am rande der zivilisation. abenteuertouristen auf ihren rädern auf dem weg nach feuerland passieren hier während des kurzen sommers die dörfer, kaufen alles an schokolade auf, um den strapazen gegen kälte, wind und wetter zu trotzen. andersorten warten backpackers auf eine mitfahrgelegenheit, die es sowieso kaum gibt. und es gibt sie doch, veranstalter, die aus ihren klapprigen wohnwägen exkursionen zu den wundern der landschaften organisieren. zuweilen steigen in luxuslodges exclusivreisende ab, dessen welt nicht stärker im kontrast stehen könnte, als jenes leben, das jene hier vorfinden, die nicht ab und anreisen. vielleicht erkennen die, die bleiben das wunder ihrer aussicht gar nicht mehr und sehen deshalb auch kein problem darin, dass bald ein riesendamm gebaut werden soll, der ja gottlob arbeitsplätze bringt und so wichtig für die wirtschaft in chile ist. patagonien braucht keine wirtschaft. wo darf ein land noch wild sein und zugleich so bezaubern, außer hier.
chaiten ist der apokalypse zum opfer gefallen. kaum jemand ist zurück gekehrt. die geister ihrer häuser sind geblieben. ein auto bis heute zur hälfe in der asche des gleichnamigen vulkans begraben. vor 2 jahren hat sich der vulkan über chaiten und den angrenzenden tälern übergeben. in den vorgärten häufen sich noch immer ascheberge. das gemeindeamt, eine ruine. eine tanke, zwei drei cafes und ein restaurant trotzen der tristesse. am hafen blickt man auf überreste der erruption. das meer ist über tote bäume und vulkanschotter in weite ferne gerückt. schiffe legen weit ab der alten hafenpromenade an einem improvisierten dock in der bucht an. die katastrophe spürt man immer noch, ein patient am totenbett.

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