ich bin froh einen tag aus zu setzen. sitze im auto und lasse einen sonnenunterhang an mir vorübergleiten. der horizont endet hier nicht. bin am weg in den süden, es ist schweinekalt und ich bin noch immer in argentinien. vor mir breitet sich eine wüste aus, da und dort erheben sich im rotbraun der abendsonne sanfte hügel. sonst vereinzelt grasbüschel und endlose straßen, die sich in der unendlichkeit verlieren. kontrastreicher hätte der tag nicht verlaufen können. gestern sind argentinos mit uns drei f@#&%ing gringos "den" alerces runter, einen wasserfall, von dem ich behauptet hätte er sei unfahrbar, bis ich sehen durfte, dass es doch möglich war. meine spritzdecke sprang auf, aber es war trotzdem kein problem ans ufer zu kommen, einzig mein proviant für meine 6 stunden tour verschwand in der gischt. ein kleines andenken blieb mir doch: beim aufprall, als mir heftig schweres wasser auf den rücken prallte, kickte es meinen helm nach vorne, auf dem ich meine kamera befestigt hatte. die wucht des aufpralls schlug die befestigung der gopro auf meinen handrücken, sodass sie brach. so, meine hand schwoll nun an, aber sie war stärker. unsere tour und mächtige stufen später segelten wir mit einem selbstgebauten segel über einen see, an dessen ufer wir campten und entsprechend argentinischer sitte grillten, unglaubliche kulisse in saftigem grün unter hohen bergen. gerade jetzt 300km weiter am highway 40 nur schotterpisten und irgendwo hinter dem horizont unser tageziel, wo wir über nacht für die weiterfahrt am straßenrand des highway 40 campen. in einer garnisionstadt am ende der welt, wohin man nur strafversetzt werden kann, tanken wir bei einer der wenigen möglichkeiten am highway. das lokal in dem wir gnocchi mit hendl genießen, muss wohl quentin tarantino für sein abgefahrenstes latino trashkino inspiriert haben. die typen dürften auch gleich seine komparsen gewesen sein. ab hier ist der highway übrigens nicht mehr asphaltiert und kilometerlange staubwolken verdunkeln den himmel. macht aber nichts, es ist eh kaum jemand unterwegs. ein ende der welt.
This is nice, very nice. Chile Land, Leute und Leben. Lust und Laune. Such as Life.
Montag, 30. Dezember 2013
yerba mate
ich habe die gesellenprüfung bestanden, ich bin in der zunft der mateaner. vorweg mate ist kein tee und wird nicht irgendwie geschlürft. mate ist vielmehr ein männliches ritual, das zumeist in der gruppe vollzogen wird. also mate wird aus einem holzbecher dem yearba mate genossen. ein spezieller strohhalm mit eingebautem sieb verhindert, dass man das kraut von einem baum ursprünglich aus paraquay mit einsaugt. verstößt man gegen folgende regeln, wird man mit verächtlichen blicken gestraft. matias nunez ist mein lehrmeister und master weil er die materunde schmeißt. zur vorbereitung wird wasser gekocht und in eine thermoskanne gegossen. der mate wird in seinen yerba mate gefüllt und wichtig gut durchgeschüttelt. dann wird ein wenig wasser nachgegossen, um schussendlich den strohhalm einzuführen, der ab diesem zeitpunkt ausschließlich vom matemeister berührt werden darf. im prinzip tut sich da auch nicht mehr viel. jetzt wird beim halm entlang gerade mal so viel wasser nachgegossen, dass die obersten blätter trocken bleiben. der master trinkt zuerst, solange was rausgesogen werden kann. der mategeselle füllt wie vorher wasser nach und reicht den becher weiter. man trinkt sofort und lässt das wasser nicht besonders ziehen. wehe es greift wer nach dem halm! und wehe es bedankt sich wer, das hieße nämlich, man sei fertig. ein kameradschaftliches zuprosten ist schon das äußerste. zu allerletzt ist man als geselle an der reihe. es erinnert schon ein bißchen als wenn ein joint die runde geht. so geht der becher die runde bis das wasser aufgebraucht ist oder man sich bedankt, weil einem der geschmack nach leicht bitteren grünen tee nicht zusagt.
Sonntag, 29. Dezember 2013
rio dessen name nicht genannt werden darf - rio blanco - der versteckte rio, wie auch immer er genannt werden will.
Donnerstag, 26. Dezember 2013
torre del fuego
bariloche liegt halt im leet der anden und entsprechend trocken wirkt die landschaft hier. es ist unser ausgang zum nächsten fluss, dem manso. wir treffen hier unseren argentinischen paddelbro, bei dem wir im garten pennen. die barilochaner feiern weihnachten bei parties in der stadt, leicht bekleidet mit zipfelmütze geht es in den lokalen der stadt richtig ab (und ich will ja auch gar nicht behaupten, dass die argentinier ein häßliches volk sind). so wären diese parties sicher ein richtiger renner. selbst im vorort wo wir unser zelt aufschlagen, ist ja kaum an schlafen zu denken, weil nämlich hier weihnachten bei musik und feuerwerk begangen wird, von wegen besinnlich, weit gefehlt. trotzdem bleibt was von quasi weihnachten. ich teile mit rok eine zotterschoko, erschrecke ob des feuerwerks und baue nebenbei mein zelt auf. ich bin müde. zuallererst waren wir aber in einer anderen ecke der stadt. unser navi führt uns in die terra des fuego 760. eine wirklich zwielichtige gegend. es sind die favelas der stadt. wir versuchen mit unserem protzauto immer nur weiter zu fahren. asphalt ist hier zu lande sowieso mangelware, also gleiten wir verfolgt von einer staublawine bei dunkelheit durch das ende von bariloche. letztendlich hilft alles nix und ich muss aussteigen, mutig, um nach unserem mathias nunez zu fragen. das einzige geradlinige sind die parzellen, alles andere nach herzenslust kreuz und quer zusammengeschustert. die zäune sind ein schrei, die häuser geflickt mit wellblech und schiefen latten, die hinterhöfe als vorgärten. die leute sind aber allesamt freundlich und zuvorkommend und es dauert mit deren hilfe eine zeit drauf zu kommen, dass nicht bareloche, sondern ein anderer vorort gemeint ist, der gottlob sicherer anmutet. war ja wohl klar, weil einer aus den slums kaum bootfahren wird.
vulcanes e lagos e siguro! rios
vulcanes e lagos, e siguro! rios
es wäre unfair chile als solches zu beschreiben. es wäre das gleiche, wenn man einen wiener mit einem voarlberger in einen topf werfen wollte. also sprechen wir hier lieber von der region südlich von pucon den anden entlang. dabei gehört argentinien mit dazu.
also das markanteste an der landschaft sind seine vulkane und bergrücken, die auf vulkanische vergangenheit hinweisen. dann sind da die subtropischen urwälder und die unberührte natur, und selbst das ist zu platt, denn wenn man nach süden reist hält die gegend überraschungen bereit. fährt man über den einen pass und begibt sich ins lee der anden breitet sich da eine wüstenähnliche landschaft vor einem aus. fährt man über den nächsten pass zurück, breiten sich subtropische wälder unterhalb gletscherbedeckten vulkanen inmitten einer seelandschaft aus. aber was sind schon subtropische wälder. einerseits gibts da viel bambus und urwaldriesen mit selsamerweise winziger blättern und andererseits wieder fast tropische bäume und pflanzen in blüte.
die flüsse sind nicht weniger atemberaubend. klingende namen wie palguin oder golgo reißen sich über kaskaden nach unten. ein wasserfall nach dem anderen, aber dazwischen schöne pools, die genug zeit bieten, um im falle des falles entspannt ans ufer zu schwimmen. der höchste? 80 feet so ca. 27 meter. beim aufprall gehts sicher erst mal richtung drittes untergeschoß. vom paddel hat man sich hoffentlich schon im flug entledigt. sonst gilt es nur zu warten, erst auf den impact, dann darauf, dass das strudelwasser dich wieder freigibt. die nasennebenhöhlen bis obenhin mit wasser gefüllt, weiche knie und definitiv keine ruhige hand sind das was bleibt, abgesehen von einer kleinen nebensächlichkeit der kurzen unsterblichkeit. (scheiße! klingt das geschwollen)
Dienstag, 24. Dezember 2013
most epic picknic
es ist ja hinlänglich bekannt, dass die chilenen und argentinier ihre welt am rücken ihrer pferde erobern. dies findet anscheinend immer noch in allen lebensbereichen statt. hier reitet der amtsschimmel. schon bei der einreise am flughafen darf man eine eigenheit erkennen, die einem komisch vorkommt. gott sei dank nur zum nachteil der echten gringos aus den bösen usa, canada, ihren freunden aus australien und, zu meiner echten überraschung, der albanischen gringos. vielleicht ist mir da was entgangen? auf jeden fall müssen die bis zu 160 usdollares für ihr einreisevisum zahlen. da fallen meine 2 gratiszettel mit 4facher durchschrift kaum ins gewicht. der eine gelbe zettel, der bei dir bleibt, lieber nicht verlieren, weil sonst wirds nix mit der ausreise.
bei unserer reise nach patagonien ist es klüger über argentinien zu fahren, weil man ohne fährverbindung das land gar nicht bereisen könnte. da fangen aber die probleme erst an. chile und argentinien haben sich nicht sehr gern. sie grenzen sich mit leidenschaft von einander ab. beispiel gefällig? ein grenzübertritt ist ein endloses prozedere, das an den alten ostblock erinnert. 3 verschiedene schalter, bürokratisch beherzt durchnummeriert, sind ab zu klappern, einreisezettel in 4facher durchschrift sind vorzulegen, plus ein zettel zur einfuhr unerlaubter dinge, geschweige denn die 10! zettel, die zum übertritt der grenze mit einem mietauto berechtigen. diese zu bekommen ist gar nicht so leicht und bedarf einiger vorbereitung in santiago und entsprechender bestätigung der argentinischen botschaft! das alles muss letztendlich gestempelt und unterschrieben werden. die wissen selber nicht mehr, welchen der 4 verschiedenen stempel sie jetzt verwenden werden. zu allerletzt gib es noch "den einen" stempel in den pass. jetzt gehts an die gepäckskontrolle. chile erlaubt nicht die einfuhr von pflanzen und ihren früchten, sowie milchprodukten. wir haben uns das ganze essen bereits besorgt, das jetzt bei der einreise, obwohl der beweis durch den kassabeleg erbracht wird, in chile eingekauft zu haben, böses gut ist (böse, böse). allen beteuerungen zu wider besteht der beherzte zollbeamte darauf, dass alles in seinem mistkübel zu entsorgen sei. das sollte unser most epic snack werden. nach der freundlichen erkundigung, ob es erlaubt sei sich vis a vis am straßenrand niederzulassen, haben wir die ganze kiste mit gemüse, obst und käse versucht auf zu essen. wir hatten publikum. die ananas unglaublich süß, avokado superreif, zollbeamte ungläubig gaffend, karotten als zwischengang, zucker- honig- und wassermelonen und als abschluss käs mit paprika. den allerletzten kontrollpunktstempel einpaar hundert meter nach der grenzstation haben wir mit vollen bäuchen gütlich erduldet.
Samstag, 21. Dezember 2013
Automatics he rechtschreibpruefung deutsch English
Mittwoch, 18. Dezember 2013
2days2gosouth
reif klebt an bäumen und ästen. nicht ganz real, dass sich das bald grundlegend ändert und ich der diana nach südamerika folge.