ich habe die gesellenprüfung bestanden, ich bin in der zunft der mateaner. vorweg mate ist kein tee und wird nicht irgendwie geschlürft. mate ist vielmehr ein männliches ritual, das zumeist in der gruppe vollzogen wird. also mate wird aus einem holzbecher dem yearba mate genossen. ein spezieller strohhalm mit eingebautem sieb verhindert, dass man das kraut von einem baum ursprünglich aus paraquay mit einsaugt. verstößt man gegen folgende regeln, wird man mit verächtlichen blicken gestraft. matias nunez ist mein lehrmeister und master weil er die materunde schmeißt. zur vorbereitung wird wasser gekocht und in eine thermoskanne gegossen. der mate wird in seinen yerba mate gefüllt und wichtig gut durchgeschüttelt. dann wird ein wenig wasser nachgegossen, um schussendlich den strohhalm einzuführen, der ab diesem zeitpunkt ausschließlich vom matemeister berührt werden darf. im prinzip tut sich da auch nicht mehr viel. jetzt wird beim halm entlang gerade mal so viel wasser nachgegossen, dass die obersten blätter trocken bleiben. der master trinkt zuerst, solange was rausgesogen werden kann. der mategeselle füllt wie vorher wasser nach und reicht den becher weiter. man trinkt sofort und lässt das wasser nicht besonders ziehen. wehe es greift wer nach dem halm! und wehe es bedankt sich wer, das hieße nämlich, man sei fertig. ein kameradschaftliches zuprosten ist schon das äußerste. zu allerletzt ist man als geselle an der reihe. es erinnert schon ein bißchen als wenn ein joint die runde geht. so geht der becher die runde bis das wasser aufgebraucht ist oder man sich bedankt, weil einem der geschmack nach leicht bitteren grünen tee nicht zusagt.
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