Montag, 30. Dezember 2013

alerces, manso und ab in die wüste

ich bin froh einen tag aus zu setzen. sitze im auto und lasse einen sonnenunterhang an mir vorübergleiten. der horizont endet hier nicht. bin am weg in den süden, es ist schweinekalt und ich bin noch immer in argentinien. vor mir breitet sich eine wüste aus, da und dort erheben sich im rotbraun der abendsonne sanfte hügel. sonst vereinzelt grasbüschel und endlose straßen, die sich in der unendlichkeit verlieren. kontrastreicher hätte der tag nicht verlaufen können. gestern sind argentinos mit uns drei f@#&%ing gringos "den" alerces runter, einen wasserfall, von dem ich behauptet hätte er sei unfahrbar, bis ich sehen durfte, dass es doch möglich war. meine spritzdecke sprang auf, aber es war trotzdem kein problem ans ufer zu kommen, einzig mein proviant für meine 6 stunden tour verschwand in der gischt. ein kleines andenken blieb mir doch: beim aufprall, als mir heftig schweres wasser auf den rücken prallte, kickte es meinen helm nach vorne, auf dem ich meine kamera befestigt hatte. die wucht des aufpralls schlug die befestigung der gopro auf meinen handrücken, sodass sie brach. so, meine hand schwoll nun an, aber sie war stärker. unsere tour und mächtige stufen später segelten wir mit einem selbstgebauten segel über einen see, an dessen ufer wir campten und entsprechend argentinischer sitte grillten, unglaubliche kulisse in saftigem grün unter hohen bergen. gerade jetzt 300km weiter am highway 40 nur schotterpisten und irgendwo hinter dem horizont unser tageziel, wo wir über nacht für die weiterfahrt am straßenrand des highway 40 campen. in einer garnisionstadt am ende der welt, wohin man nur strafversetzt werden kann, tanken wir bei einer der wenigen möglichkeiten am highway. das lokal in dem wir gnocchi mit hendl genießen, muss wohl quentin tarantino für sein abgefahrenstes latino trashkino inspiriert haben. die typen dürften auch gleich seine komparsen gewesen sein. ab hier ist der highway übrigens nicht mehr asphaltiert und kilometerlange staubwolken verdunkeln den himmel. macht aber nichts, es ist eh kaum jemand unterwegs. ein ende der welt.

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