Freitag, 10. Januar 2014

hallo odysseus

es könnte nicht unglaublicher verlaufen, als die fahrten des listenreichen odysseus, nur dass wir weit weg sind von listenreich. das ganze hat sich angebahnt. über gute 5000 km sind wir fast immer zielstrebig vorangekommen. bis am rückweg es damit begonnen hat, dass wir am abend am escondito vorbei sind, um im 65km entfernten bariloche zu campen, um tags drauf den gleichen weg zurück zu fahren, den secondito zu paddeln und nach dem ausflug wieder nach bariloche zu fahren. 130 km für den hugo. das war aber noch nix. am weg zum fuy schlägt uns das navi einen weg über den pass carririne vor. nach 165 km dirtroad biegen wir links ab, passieren den eingang zu einem naturreservat und schlängeln uns verdächtig einem riesigen see entlang. gute 65 km mit einer gerade noch machbaren höchstgeschwindigkeit von 50km/h kommen wir zu einer schmalstelle des sees, von wo es nicht weiter geht. alten seile verlieren sich im wasser und deuten auf eine alte seilfähre hin, über die es sicher einmal über den see ging. wir zurück. diesmal was das auto und der staub so hergibt. die leute verwünschen uns ob der staubwolken, die wir aufreißen. zwei stunden später sind wir aus dem tal und erfragen den richtigen weg. richtig? naja. der weg wird schmal und holprig, wie gerade mal so eine hingespuckte forststraße in wald am schoberpass. wir kommen zu einer grenze, 50km vor der grenze. schlagbaum mit zwei soldaten, bewaffnet bis auf die zähne. in einem klapprigen hütterl erledigen die 2 jungs unsere papiere, stempeln leidenschaftlich und nehmen ihre aufgabe sehr ernst. wir hingegen müssen entnervt feststellen, dass wir einen platten haben, unseren ersten nach 3000km schotterpiste. unmittelbar vorm schlagbaum, neben zollformalitäten, im angesicht des staubs der anden, wechseln wir mannhaft den reifen. im 50km niemandsland fühlt sich niemand fürs land zuständig. so sieht auch die forststraße aus. rauf, runter, kreuz und quer durch schönste landschaften, an seen vorbei, durch lavafelder und subtropische urwälder. gute zwei stunden später kommen wir zur chilenischen grenzstation. da ist zuerst keiner, nach und nach gibts doch insgesamt 4 zollbeamten. die haben keinen stress. calma ist hierorts ein beflügeltes wort. es kommt ja auch niemamd auf die idee hier die grenze zu überqueren. wir essen an der grenze obligat unsere früchte und schlürfen honig auf, bevor wir weitere ein einhalb stunden über forststraßerln unser ziel bei puerto fuy erreichen. wie wir erkennen durften, war der kürzeste weg nicht der schnellste. wir haben für 450km schlappe 10 stunden im auto gesessen. jetzt lassen wir mal vorweg den platten flicken. im prinzip nichts anderes, als wenn ich meinen patschen beim fahrrad klebe. drauert gerade mal 10 minuten und kostet umgerechnet 7$. das wars aber noch nicht. damit wir morgen den fuy fahren können brauchen wir benzin. die nächste tanke ist 45km weg. als wir zurückkommen und ich ins zelt krabble ist es bereits mitternacht. der fuy bringt bei strömenden regen ein wenig abwechslung in unser autoleben, bevor wir unseren freund matias zurück nach argentinien zu seinem auto bringen. 300km hin und zurück, am letzten drücker über die grenze bevor sie zusperrt, ein paar stempel mehr im pass und 5 stunden später, sind wir dort wo wir schon vorher waren. diesmal aber klüger einen anderen pass genommen zu haben. jetzt erst sind wir bereit die 845km nach santiago in angriff zu nehmen. mann! am ende unserer reise haben wir 6900km runtergespult und davon ca. 3000km auf forststraßerln. da ist ja der odysses und seine reisekilometer a lercherlschaß dagegen.

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